Julia Albinus

4. April 2018, posted in Amerika, NordamerikaWas ich tue, wenn alles schief geht

Die Zeit in Santa Barbara ist nicht so wie ich sie mir vorgestellt haben, sondern eher so lala. Santa Barbara selbst bezeichnet sich als die amerikanische Rivera, und das zurecht. Vor seiner Küste beherbergt es den Channel Island National Parc, die Galapagos Inseln Nordamerikas. – Ich habe mir also ein Örtchen für die Traumworcation ausgesucht.

Da die Tage nun aber nur so lala waren, nutze ich die Zeit  um noch mehr in die Tasten zu hauen. Manchmal packt dich das Leben halt am Kragen und dann machst  du eben das Beste draus.

Von Anfang an. Nach dem Checkin im Wayfarer lief alles wunderbar. Soviel Luxus und Stil hatte ich ewig nicht.
Arbeiten am Pool
Traumarbeitsplatz

 Wie sollte es also besser laufen. Laptop mit an den Pool und ab geht die Lutzi. Die Sonne brannte, nein sie verbrannte mich. Ich sehe es so; niemand kauft eine blasse Brezel, sie sollte schon braun und knusprig sein, oder? Sollte nicht oft passieren, aber nun musste ich eben durch. 

Roy hat es verstanden präsent zu sein


Also habe ich einiges weg geschafft bis plötzlich der ältere amerikanische Roy bei mir am Tisch saß und mich angrinste. Was war ich froh, dass ich ein Shirt in dem Moment trug, denn sonst hätte ich mich völlig ausgeliefert gefühlt. Nach einem relativ kargen Wortwechsel sagte ich ihm, dass ich noch zu tun hätte. Zugegeben, ich war nicht aus auf Bekanntschaften oder Smalltalk. Santa Barbara sollte mein Rückzugsort für sportliche Aktivitäten und einen derben workflow werden.

Bähm aus der gewünschten „Einsamkeit“ wurde blitzschnell Gesellschaft


Gut, eine Chance wollte ich ihm geben, und so landeten Roy und ich am Abend in einem mexikanischen Restaurant. Mit einem IPA, also ein Paar Promille, legte sich die angespannte Atmosphäre etwas und ich freute mich als er mir sagte, dass er am nächsten Tag abreisen würde. Strike, er hat mich am Abend durchgefüttert und meine Plänen stand nichts mehr im Wege. – Pustekuchen, denn am nächsten Morgen teilte er mir freudig mit, dass er seinen Aufenthalt verlängern würde- um sage und schreibe eine Woche! Ich musste aufpassen, dass ich mein Porridge vor lauter Schreck nicht über den Tisch spuckte. Nicht sein ernst dachte ich bei mir und dann machte er mir noch den abstrusen Vorschlag einen Cabrio zu mieten und ein bisschen in die Berge und die Wälder zu fahren. Na, nun geht’s ja richtig los. Ich lehnte dankend ab. Was glaubt dieser Kerl wer er ist? So souverän wie ich das hier schreibe habe ich ihm das nicht gesagt. Ich wünschte ich hätte es getan, denn so bekam ich ständig irgendwelche unnötigen Aufmerksamkeiten, wie: Wasser, Briefchen und Fragen nach Butter! Nein, ich brauche keine Butter und das Essen, was ich mir kochte, wird trotzdem schmecken. Es nervte.
alter Fischerhafen Santa Barbara
Fischerhafen Santa Barbara
Berge und Meer das ist Santa Barbara
 Blick vom Pier in Richtung Berge

Achtung hier wache ich


So fiel der Pool für mich flach und ich zog mich zurück hinter den Bildschirm. Meine Kopfhörer verließen meine Ohren auch nicht mehr. Ich redete mich um Kopf und Kragen und schlich mich zum Laufen oder Single-Dinners aus dem Hostel. Er lungerte dort zu jeder Zeit rum wie ein Wachhund. 


Was war ich froh als Anna aus Boston mir erzählte, dass sie mit ihm zum Essen verabredet sei. Mein letzter Abend in Santa Barbara und ich konnte mich frei bewegen. Dennoch hatte ich den brennenden Wunsch Anna die Roy-Story mitzuteilen. Sie bekam Bammel und fragte, ob ich nicht mit gehen mag. Also sagte ich ihr, dass ich erstmal auschecke wie ich am nächsten Morgen weiter reisen werde und dann werde ich dazu stoßen. Gesagt, getan, Wir trafen uns bei Kai Sushi- sehr lecker kann ich nur empfehlen, und Roy freute sich wie ein Schnitzel als er mich nun doch nochmal wieder sah.
Ich freute mich über nette Gesellschaft, denn Anna war sehr sympathisch über den Rest konnte ich hinweg sehen. Die Gespräche waren sehr anregt von Obama Care, über den ersten und zweiten Weltkrieg hin zu Ernährungsgewohnheiten und der bösen Ernährungsindustrie.
Herrlich, zurück im Hostel machten wir einen Freudentanz und zu guter Letzt hat uns Roy verköstigt. -Danke.
Jetzt wo das Leben gerade so geschmeidig zu mir ist, gönne ich mir noch eine heiße Dusche. Danach öffne ich Anna die Augen in eine andere Welt. Ich erzähle ihr von Remote Jobs, die aktuell der Trend sind und wie man ein 9-5 Leben skippen kann. Sie ist zur Zeit auf Jobsuche und schaut mich an, als hätte ich ihr eine Nachricht vom Mond gebracht. Das tat gut. Sie war mindestens genauso weltoffen wie ich und haut fleißig in die Tasten, um sich auf Jobs auf remote.io zu bewerben.

Generation Y – oder auch die ersten Digital Natives

Hier trägt die DNX Lissabon 2017 einiges an Früchten, denn diesen Tipp habe ich nicht das erste Mal gegeben. Schon in einigen Gesprächen in den verschiedensten Tischen kommen immer wieder die Fragen auf, was ich denn beruflich mache beziehungsweise mein Gesprächspartner, kommt man schnell auf das Thema, dass ein 9-5 bis zur nächsten Reise wohl nicht das Wahre ist. Sparen, reisen, sparen, reisen. Das muss ja auch nicht sein. Dafür gibt es heute schon einige Alternativen.
Wo, Anna und ich aber gerade nochmal so angeregt ins Gespräch kamen, musste ich ihr die google Simkarte (Project Fi) vorstellen. Ich nutze sie schon seit ein paar Tagen und war erschrocken darüber, dass sie in Amerika nicht wirklich bekannt ist, freute ich mich gleichermaßen das zu ändern und sie bestellte sich gleich eine. Schade, dass ich keine Provision bekomme. Ich selbst habe schon vor meiner Ankunft in Amerika davon gewusst, unbegrenzte Daten wenn man sie baucht und Sparen wenn man sie eben mal nicht benötigt. Zudem nutzt Google die verschiedensten Provider, um überall Netzabdeckung gewährleisten zu können. Außerdem gibt es einen flexiblen Plan und selbst nach Deutschland kann ich super günstig telefonieren, was sich als reisende Bürostuhlakrobatin eben anbietet.
So ging eine aufregendende Zeit an einem stillen und dennoch für Glitzer und Glammer bekannten Ort vorüber.
Bleibt einzigartig und frech!

Bis zum nächsten Mal,
Eure Jule
Entspannung pur in Santa Barbara
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PS: Gibt es hier eigentlich auch mehr die wissen wollen, was es für Alternativen zum klassischen Arbeitsmarkt gibt und wie ich dazu gekommen bin? Dann schreibt mir doch eine Mail oder hinterlasst es in den Kommentaren.
Geschrieben von Julia

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