Julia Albinus

17. September 2018, posted in American Food, Amerika, Kanada, NordamerikaEntscheidungen bringen Klarheit

Alaska an einem Tag. Es ist toll.

Natur pur. Die Wildnis Kanada´s
Das traumhafte Bärenland
Als wir die Grenze passierten dachte ich ich träume. Nochmal; ich komme aus der Provinz und früher war es für mich ein Highlight nach Berlin schoppen zu fahren. 
Nun ein paar Jahre mehr auf dem Buckel entdecke ich die Welt und bin dankbar wie ein kleiner Gott, wenn ich Plätze sehe, die ich bisher nur aus dem Reiseatlas kenne.
Ursprünglich wollen bis ins Yukon hoch zu reisen. Auf diesem Trip lerne ich: Pläne ändern sich.
Dafür gibt´s keinen Grund, und auch kein Warum. Es ist einfach so.

Der letzte Roadtrip für diesen Sommer

Knapp drei Wochen sind wir zu dritt im Auto unterwegs. Gehen im wahrsten Sinne des Wortes durchs Fegefeuer, besiegeln also die Freundschaft. Damit spiele ich natürlich wieder auf die Waldbrände an, die einfach kein Ende nehmen und nicht in den Griff bekommen werden. 
So manches morgens wache ich mit Bauchkrämpfen und dröhnenden Kopfschmerzen auf. Der Sauerstoffmangel macht sich bemerkbar. Sehr unangenehem. 
An sich sind unsere Camping Tage nicht sonderlich aufregend. Wir fahren viel, bauen das Zelt auf und wieder ab, kochen, schwimmen, und/oder trinken Wein. Wir genießen das Leben in unserem Tempo. Es ist eine schöne Lösung. 
Nur was wir sehen, wie im Traum: Vulkane, Gletscher, Berge, wunderschöne Flüsse, zauberhafte Seen, Cowboys, Rodeos, Westernstädte, Bären, Elche und traumhafte Landschaften.
Wahnsinn diese Auto´s
Es ist kein Auto. Es ist ein Truck. 

Tim Hortons – Kaffee und mehr

Und dann kommt der Tag an dem wir  Kanada verlassen. Wir sitzen endlich bei Tim Hortons. Wieso ich an der Stelle endlich sage? Ganz einfach es ist die Kette in Kanada und wir haben es bisher einfach noch nicht geschafft in ein Tim Hortons zu gehen. Keine drei Wochen habe ich es zuvor ohne Tim Hortons ausgehalten. Der „place to be“ in Kanada, denn wir geht in Kanada schon zu Starbucks? – Fundamentaler Fehler. Tim Hortons ist die Café-Kette aus Kanada für Kanada. Tim bietet ebenso herzhafte Snacks, wie eben auch süße Nascherein an.

´Oh Canada´, es war so schön bei dir

„Ich muss zur Bank.“, sage ich. 
„Können wir doch gleich zusammen erledigen, oder meinst du wir sind diesmal langsamer beim Essen?“, fragen mich Nina und Tom. 
Ich muss lachen, denn ich esse im absoluten Schneckentempo. Und dabei übertreibe ich nicht. 
„Ja, aber in 15 Minuten schließen die und wir verlassen heute noch Kanada.“, sage ich wehmütig. Denn ich verlasse Kanada mit einem lachenden und einem weinenden Auge. 
So sputen wir uns und fahren zur Bank. Ich erkläre mein Anliegen und lege mein Konto auf Eis. Somit sind alle Vorbereitungen getroffen und wir rollen Richtung Trumpland. 
Die Grenze passieren wir in Osyoos. Der Highway 97 führt uns über die Grenze nach Omak. Wir nächtigen auf dem Campingplatz am Suicide Race. Die Indianer stürzen sich hier jährlich 200m einen Flusswall auf dem Rücken eines Pferdes hinunter, reiten durch die Fluss ins Rodeo Stadion. Mutig.
Aber nochmal zurück zur Grenzkontrolle. Wir sind etwas nervös als wir in die Grenzregion einfahren. Zurecht der Officer begrüßt uns nüchtern. „Habt ihr in Kanada was gekauft?“, fragt er. 
„Diesen Koffer hier sage ich.“, und zeige auf das gute Stück neben mich. Dann schaut er in den Kofferraum und mir fällt wie Schuppen von den Augen, dass wir unsere Einkäufe einladend direkt für ihn präsentieren.
Er kommt zurück, und rügt uns. Mit einem bescheidenen Gefühl fahren wir weiter. Er hätte uns wohl eine Strafe von 300 Dollar auferlegen können. Nur weil wir ihm nicht mitgeteilt haben, dass wir einige Lebensmittel dabei haben. 
„Lasst uns den nächsten Supermarkt ansteuern.“, sage ich wage. „Hier in Amerika gibt´s Bier auch wieder im Supermarkt.“ Und das brauche ich jetzt. Eine lange Reise neigt sich dem Ende und der Kontrolleur war echt nicht nett. 

Dazu muss man wissen, dass du in Kanada vergeblich alkoholische Getränke im Supermarkt suchen wirst. Alkohol gibt´s nur im Liquor Store. 

Später stoßen wir auf unsere schöne Zeit an. In zwei Tagen werde ich Heim fliegen. Ich habe es in den letzten Posts angedeutet: ich habe Heimweh. Die Entscheidung eine Reise-Pause einzulegen fiel mir recht leicht. Sehr lange habe ich mit mir gehadert, und nun ist es so.

Suicide Race Omak
Die letzte Nacht zelten. Nochmal bei den Cowboys. Yeeha!

Auf dem Campingplatz kommen wir ins Gespräch. Um ein Haar auch in politische Diskussionen. Es ist eine deutsche Frau aus Bayern, die nun schon seit 25 Jahren in Amerika lebt. Ich mag die lockere amerikanische Art. Sie betreibt den Campinglatz gemeinsam mit ihrem Mann. Ich fühle mich auf diesem bodenständigen Territorium wohl und als sie dann noch vom Cowboy Café sprechen geht mir völlig das Herz auf.

Ein soll ein rustikales Frühstücks-Café sein, wo die Speisen so groß sind, dass man fast eine Woche davon zehren kann. Nur Einheimische, und fast nur Cowboys treiben sich hier rum. „Yeeha!“, denke ich und muss es sehen.

Dazu mehr beim nächsten Mal!
Bis dahin,
Eure Jule

Speisen wie die Locals
Ok, soviel verrate ich: wir waren im Coyboy Café 😉
Geschrieben von Julia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.